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ENC-Division 2A                                                                               26.11.2007

Nachspiel zum Länderspiel Deutschland-Moldawien

Die Begeisterung der deutschen Fangemeinde über den 34:5 Sieg über Moldawien kannte keine Grenzen. Bis die ersten über einen unbekannten Spieler in der deutsche Mannschaftsaufstellung stolperten. Nun tobt bei scrum.de im Gästebuch wieder ein harter Streit.

Was ist geschehen? Der DRV hat sehr kurzfristig einen australischen Stürmer, mit deutscher Abstammung für das Spiel gegen Moldawien nominiert und eingesetzt. Hierüber streiten sich nun die Geister.

Die Hauptverteidigungsthese der Befürworter: Zum Erfolg ist jedes Mittel recht, schmeckt vielen deutschen Rugbyfreunden nicht.

Es stellen sich doch folgende Fragen:

1. Wer das Spiel gegen Belgien vergeigt und den Rugbyzwerg Moldawien (4 Vereine und 1.450 Mitglieder, 180 Senioren Spieler(!)) in Hin- und Rückspiel nicht selbst bezwingen kann, hat der etwas in einer höheren Gruppe zu suchen?

2. Wie viele Ausländer deutscher Abstammung werden zusätzlich benötigt, um im Falle des Aufstiegs in die 1. Division zu überleben, beziehungsweise den Klassenerhalt schaffen zu können?

3. Reicht das Geld, das bei einem Aufstieg an den DRV fliesen soll, für einen stärkeren Kader überhaupt aus?

4. Wie lange müssen die, in den vielen deutschen Landen garantiert schlummernden Talente warten, bis die Verbreitung des Rugbysports auch sie erreicht?

5. Wie motivieren sich deutsche Spitzenspieler und wie sammeln diese praktische Spielerfahrung auf internationalen Niveau, wenn sie in Deutschland zu den Besten gehören, sie aber keinen Platz im Nationalteam bekommen?

 

Zu 1.: In der ENC Division 1 trifft unser Team im Falle des Aufstiegs nur noch auf starke oder stärkere Teams. Wenn wir den Aufstieg nur mit Glück (Fremder Schützenhilfe) und Tricks (punktueller Einsatz von Verstärkungsspielern) schaffen, wird es oben sehr eng.

Ein Überleben in der höheren Gruppe oder gar der Klassenerhalt ist nur machbar, falls entsprechende erfahrene Talente aus eigenen Reihen verfügbar sind oder entsprechende deutschstämmige Spieler als Verstärkung im Ausland gefunden werden. Dies wirft natürlich weitere Probleme auf: Kosten, Motivation der hiesigen Kandidaten, etc.. Die eigenen Talente sind nicht oder noch nicht da, sonst hätte der DRV nicht einen Verstärkungsspieler einsetzen müssen. Für die Verstärkungsspieler muss direkt oder indirekt jede Menge Geld beschafft werden.

 

Zu 2.: Wenn die bisherigen sechs bis sieben Legionäre nicht zum klaren Aufstieg ausgereicht haben, werden mindestens vier bis sechs weitere Verstärkungsspieler für die höhere Klasse benötigt. (Finanzen, Management)

 

Zu 3.) Im Falle des Aufstiegs bekommt der DRV vom internationalen Verband einen höheren Zuschuss. Reicht dieser für die anfallenden „Mehraufwendungen“ aus? Kaum, es werden zusätzliche Kosten entstehen, die anderweitig abgezweigt, beziehungsweise durch Sponsoren abgedeckt werden müssen.

 

ZU 4.: Der Deutsche Rugby-Verband bemüht sich überwiegend nur um eine schmale Spitze von Vereinen und Spielern. Der Rest muss sehen, wie er mit einem schlichten Rugby überhaupt überlebt. Die zahlreichen rugby-freien Gebiete in Deutschland werden auch weiterhin zur deutschen Rugbywüste zählen.

Dies obwohl dort und in den Rugbyentwicklungsgebieten zahlreiche Talente schlummern, die das deutsche Rugbyleben wesentlich bereichern könnten: Mehr Spieler, mehr Vereine = ein besserer Spielverkehr = mehr Nationalspielerkandidaten = erfolgreicher Verband.

Im Falle eines Aufstieges muss eher damit gerechnet werden, dass noch mehr Energien in die Nationalmannschaft gesteckt werden und die Breitenarbeit weiter vernachlässig wird.

 

Zu 5.: Wie werden die deutschen Talente für eine Nationalmannschaft motiviert, die sich vermehrt aus Legionären und deutschstämmigen Spielern aus dem Ausland zusammensetzt. Eigentlich nur mit dem Slogan „Ab ins Ausland“, entsprechenden Slang aneignen und beim DRV bewerben.

Um speziellen Kritikern vorzubeugen:

Natürlich wollen wir alle eine starke Nationalmannschaft, die aufsteigt und den Klassenerhalt schafft! Das aber mit möglichst eigenen Mitteln, dazu gehört auch eine vernünftige und bodenständige Verbandspolitik.