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Rugby-Bundesliga mit Rekord-Ergebnissen                                                               08.04.2012

Heidelberger RK deklassiert TSV Handschuhsheim/HD mit 147:12

SC Frankfurt 1880 deklassiert RK 03 Berlin mit 120:0

Welche Ergebnisse erwarten die 14 neuen 1. Ligisten?

Der Heidelberger RK zog im lokalen Derby den TSV Handschuhsheim überdeutlich mit 147:12 (Differenz 135) ab. Eine sehr aussagekräftige Rekordniederlage musste da der Tabellenfünfte einstecken. Wie es an diesem Wochenende mit den Handschuhsheimer Löwen bestellt war, zeigt das Abschneiden der Reserve beim HRK in der 2. BL Süd mit einer 80:0 Niederlage.

In einem weiteren Spiel der deutschen Spitzenliga zog der SC Frankfurt 1880 den Tabellenneunten ebenfalls überdeutlich mit 120:0 ab. Immerhin in dieser Saison das fünfte Ergebnis mit über 100 Punkten Differenz.

Die Ursachen für diese riesigen Leistungsunterschiede dürften einerseits in der chaotischen Spielplanung des DRV liegen: Die Verschiebung von Spieltagen, zugunsten von 7er-Terminen, erwies sich als voller Flop. Auch die Verlegung eines Spieltages auf das beliebte „Kurzreise-Familien-Wochenende“ ist schon immer ein gefährliches Unterfangen.

Andere werden es an der „ungerechten“ Professionalisierung der drei Spitzenteams festmachen. Doch der Trend zu Profiteams war von den meisten Spitzenvereinen gefordert und diesbezügliche Anfänge von SC 1880 und HRK als richtungsweisend umjubelt worden.

Der stimmungsmäßige Umschwung kam mit der Erkenntnis, dass die Spitzenplätze in der ersten Liga neue Abonnenten haben. Die bisher erfolgsgewohnten Heidelberger Vereine SCN, RGH und TSV müssen sich jetzt um den vierten streiten, wobei nur einer gewinnen kann und die anderen zwangsläufig leer ausgehen.

Seitdem dieser Umstand bekannt ist, nehmen die polemischen Vorwürfe mehr und mehr zu: „Profis“ gegen „Amateure“, das sei ungerecht. Dazu begann der Kampf am grünen Tisch. Zuerst wurde die Regelung mit den „nationalmannschaftfähigen Spielern“ eingebracht. Dazu kam der Ruf nach Begrenzung von ausländischen Spielern.

Welche Ergebnisse erwarten die 14 neuen 1. Ligisten?

Als neuester Clou wurde jetzt eine Liga-Reform aus dem Hut gezaubert, die durch eine Erweiterung um 48 Vereine in der ersten und zweiten Liga angeblich in allen Problemzonen Verbesserungen bringen soll.

Diese Reform soll nun schon für die nächste Reform beschlossen werden. Die Spielergebisse dürften dann alle bisherigen Rekorde toppen:

Wie geht das Spiel SC Frankfurt 1880 gegen den RC Aachen aus? Die Aachener sind momentan Abstiegskandidaten der 2. Bundesliga–Süd und müssten in die 3. Liga Süd-West absteigen.

Noch ein Beispiel: Erstligist Berliner RC trifft auf den RC Leipzig (bisher 1. RL Ost)

Sind die geplanten 20 Bundesliga Aufsteiger nur als reines Kanonenfutter gedacht? Die den etablierten Teams nur als Sparringspartner dienen sollen? Wird nächste Saison mit den Frischlingen die 200-er Ergebnismarke geknackt?

Die jetzt angedachte Liga-Reform des DRV wird nur für wenige Vereine eine „Verbesserung“ bringen, z.B. Klassenerhalt oder den Aufstieg am grünen Tisch, ganz und gar ohne sportliche Leistung.

Einer der Haupt-Ausgangspunkt für die angestrebte Reform waren die hohen „Klatschen“. Nur keiner fragt nach ob die jammernden Vereine auch wirklich ihre Hausaufgaben gemacht und ihre Ressourcen richtig genutzt haben.

Wie bereits einige Siege über die drei Spitzenreiter, sowie moderate Ergebnis der schwächeren Teams bewiesen haben, war da und ist bestimmt mehr drin. Einige betroffene Clubs verlagerten ihre Schwerunkte leider mehr aufs Jammern und Stimmung machen, anstatt gezielter zu arbeiten. Sprüche, wie z.B. „Wir sind ja nur Amateure, gegen die „Profis“ können wir nichts ausrichten, etc. lenken nur vom eigentlichen Problem ab: Wer in der 1. Bundesliga mitspielen will, muss auch mithalten wollen und können!

Nur dafür müssen die Betroffenen anstelle vom Jammern, Verbesserungen und Anstrengungen in ihren Vereinsstrukturen erarbeiten und umsetzen. Veränderungen im eigenen Bereich sind natürlich immer mit viel Arbeit und viel Mühen verbunden. Mit einer Strukturänderung sind da Veränderungen vordergründig leichter zu bewerkstelligen, die Rechnung müssen dann meistens auch nur die anderen bezahlen.