Antrag 10 BL-Richtlinien

Antragsteller: SC Frankfurt 1880

 

Kommentar

Nun wollen sich jetzt auch die Bundesligavereine innerhalb des Deutschen Rugby-Verbandes (noch mehr) verselbstständigen und sich der direkten Kontrolle des bisher höchsten Gremiums des deutschen Rugbysports, dem Deutschen Rugby-Tag entziehen.

Anstatt die wenigen Kräfte des sehr kleinen und international weit hinterherhinkenden Deutsch Rugby-Verbandes zu bündeln und die optimale Leistung zu erzielen, wird weiterhin eine kurzsichtige und unproduktive Teil-Gruppenpolitik betrieben. Die Spaltung des Verbandes in viele egoistische Kleingruppen wird weiterhin einen gesunden und machbaren Erfolg unseres Sportes verhindern.

Was hat der Bundesliga-Ausschuss bisher aus seinen bereits weitreichenden Sondervollmachten gemacht?

In vielen Bereichen agierte der Bundesliga-Ausschuss wenig professionell.

Hier nur einige Kostproben:

-       der neue Pokalwettbewerb 2010 vorgeschlagen und beschlossen.
Ergebnis: Viele kurzfristige Absagen von Bundesligisten, siehe:
http://www.fr-online.de/region/rugby-pokal-ohne-rechte-begeisterung,1473444,4752094.html

-       Straffung des 15er-Spielplanes 2011 zugunsten 7er-Rugby-Termine durch Präsidium und BL-Ausschuss.
Ergebnis:
Ein immenses Terminplan-Chaos und letztendlich anschließende Stornierung der 7er-Termine = Viel Wirbel wegen Nichts!.

-       Die Umsetzung der seit längerem beschlossenen Bundesliga-Lizenzbestimmungen lässt sehr zu wünschen übrig:

-       bei der Jugendregelung gibt es zu viele „Schlupflöcher“,

-       die Lizenzbestimmungen in Bezug auf die Schiedsrichter- und Trainer-Bestimmungen sind zu niedrig und zu lasch gehandhabt.

-       Die Ausbildung von Schiedsrichtern und Trainern speziell für den Bundesliga-Bereich hinkt dem Bedarf nach. Hier lebt die Bundesliga oft auf Kosten der Landesverbände und der unteren Ligen.

-       Eine Niveau-Verbesserung ist in den letzten Jahren leider nicht erfolgt. Die wenigen positiven Veränderungen entstanden nur durch die Eigeninitiative von wenigen Verein: z.B. SC Frankfurt 1880, Heidelberger RK, TV Pforzheim, u. einige weitere.

-       Zu den hausgemachten Problemstellungen in der Übergangszone von erster zur zweiten Bundesliga und zurück, wurden keine umsetzbaren Konzepte erstellt.

-       Die überhastete auf den Weg gebrachte Liga-Reform wirbelt das bisher mühsam über Jahre aufgebaute Spielsystem durcheinander:

-       Eine von bisher 28 Bundesligisten am grünen Tisch, auf 48 Vereine erweitertes BL-System führt zu deutlichem Niveauverlust.

-       Die drei Phasen des neuen Liga-Systems: Vorrunde, Meister- und Qualifikationsrunde, sowie Pokalrunde verlangt von den beteiligten Vereinen dreimalige kurzfristige Platzreserverungen. Hier werden Vereine ohne eigenes Hausrecht deutliche Schwierigkeiten bekommen, wenn viele oder gar alle Termine bereits durch andere Sportarten belegt sind.

-       Die Einführung zur kommenden Saison, widerspricht dem einst laut verkündeten Präsidiumsbeschluss. Die Terminplanung für die kommende Saison 2012/13 kann somit erst nach dem Rugby-Tag angegangen werden. Eine frühzeitige Planung bis in die unteren Ligen wird unmöglich gemacht.

-       Die zu erwartenden hohe „Klatschen“ bei Spielen zwischen Teams von stark unterschiedlichen Niveau werden kaum zur Motivation und zum Ansehen der Liga beitragen.

-       Die einfachen Runden ohne Rückspiel und unterschiedlichen Heim- und Auswärtsrechten führen zu deutlichen Wettbewerbsverzerrungen.

Das stark verwobene neue System ist aus den oben genannten Gründen sehr anfällig für Spielabsagen oder gar zum Ausstieg von Mannschaften. Dann spätestens wackelt das ganze System!

Fazit:

Der Antrag sollte abgelehnt und die bereits vorhandenen Möglichkeiten klar genutzt werden.