Deutscher Rugby-Tag am 23. Juni 2000 in Hammburg

"Vier, teils sehr brisante Anträge liegen dem DRV-Tag am 23. Juni in Hamburg zur Entscheidung vor:

- Die neue BL-Lizenzordnung,
- Bildung kommerzieller Vereine,
- 2. Mannschaften in der Bundesliga und
- das Gnadengesuch von Germania List.


Die neue BL-Lizenzordnung soll, wie der Name sagt mehr Ordnung in das Lizenzwesen der Bundesliga bringen. Werden diese Regelungen für alle gelten oder gibt es vom Präsidium beschlossene Ausnahmen?

Die Bildung kommerzieller Vereine mit Vertragsamateuren soll dem deutschen Rugbysport den lang erhofften nationalen und internationalen Aufschwungbringen. Ganz nebenbei soll es auch Geld in die Taschen der Unternehmer klingeln lassen. Ganz legitim dass Ansinnen.

Was bedeutet es für die Vereine:
Wird es im deutschen Rugby bald solche Verhältnisse geben, wie sie in anderen "professionellen" Sportarten gang und gäbe sind: Wirtschaften in der Grauzone und Konkurse.

Der/die Unternehmer und der DRV schöpfen ab, die Vereine bluten dafür.

Oder wird der erwartete Medienaufschwung und Geldregen Deutschland in ein blühendes Rugbyland verwandeln?

2. Mannschaften der 1. Ligisten sollen laut Antrag des TSV Handschuhsheim mit einer Sonderregelung am Spielverkehr der 2. BL teilnehmen können. Das könnte viel Unruhe in den Spielverkehr der 2. Liga bringen. Warum wird in der 1. BL nicht eine viel sinnvollere Parallelrunde der Reserveteams eingeführt?

Germania List stellt sein Gnadengesuch, damit die Strafe fürs Nichtantreten milder wird.

Macht Euch Euere eigenen Gedanken und lasst Euch nicht über den Tisch ziehen.

Die Beschlüsse:

Der Antrag auf die Bildung und Zulassung kommerzieller Vereine wurde mit einer sehr deutlichen Mehrheit abgelehnt.

Die BL-Lizenzordnung wurde in „verschärfter“ Form beschlossen:
Vereine, die die Auflagen (Nachwuchsmannschaften, Schiedsrichter, Trainer) nicht erfüllen, sollen ab der neuen Saison, mit dem Abzug von 2 Spielpunkten bestraft werden.

Newcomerteams haben ein Jahr Karenzzeit.

Der Antrag auf die Möglichkeit zum Aufstieg von 2. Mannschaften der Erstligisten in die 2. Bundesliga, wurde mit sehr knapper Mehrheit abgelehnt.

Der Gnadengesuch von Germania List wurde angenommen.

Zum Ende der Sitzung ging es noch einmal hoch her:

Claus-Peter Bach, Heidelberg (Vorsitzender des RBW und des SCN Heidelberg, sowie DRV-FIRA Delegierter) stellte einen Dringlichkeitsantrag: Es soll über die Wiedereinführung des BL-Endspiels, schon für die neue Saison abgestimmt werden. Die Details sollen auf einem außerordentlichem Rugby-Tag im August geregelt werden.

Der Antrag wurde angenommen.

Bundesspielleiter Tobias Krohn, Heidelberg und BL-Staffelleiter Mahmud Marachi traten daraufhin zurück.

 Grund: Letztes Jahr in München war beschlossen worden, das die neu eingeführte Spiel-Ordnung, mindest drei Jahre lang unangetastet bleiben sollte.

Nachstehend das Protokoll der Versammlung:

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