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Hier eine Antwort auf die Kritik
der Vereine und Verbände |
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Deutsches
Rugby-Journal 11/2000 September 2000 (Seite 3-4) |
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die arbeit wartet |
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Ein Editorial von FIRA-Vizepräsident Claus-Peter Bach, Heidelberg Ein Aufschrei ging durchs
deutsche Rugby-Land. Kaum hatte das Deutsche Rugby-Journal in der
September-Ausgabe kurz und bündig über das Ergebnis der Planungsgespräche des
Geschäftsführenden DRV-Vorstandes mit dem International Rugby Board
berichtet, meldeten sich die Bedenkenträger und trugen ihre Zweifel vor: Auf
was haben sich die „Vorstandsdeppen" da nur wieder eingelassen; jene,
die wieder mal nichts anderes zu tun hatten, als eilfertig
zu nicken, als einer vom IRR nach Heidelberg kam, um die Forderungen des
Weltverbandes an das deutsche Rugby vorzutragen? Wie kommen die in Dublin (beim
IRR) und Paris (bei der FIRA-AER) überhaupt dazu, uns mit Forderungen zu
konfrontieren. Hier
einige Klarstellungen - für die Bedenkenträger und jene, die es mit der
Entwicklung des Rugbys in unserem Lande wirklich ehrlich meinen und
vielleicht vor ihren Äußerungen in Briefen, Magazinen und Internet-Foren nur
ein paar Kleinigkeiten falsch verstanden haben: 1.
Forderungen stellt an den DRV und seine Vereine in dieser Welt wirklich
niemand. Denn niemand interessiert sich in dieser Welt für den DRV und seine
Vereine. Haben die Bedenkenträger das noch nicht gemerkt.' 2.
Robert Antonin, Entwicklungschef des IRB für Europa, hat in seiner Zeit als
deutscher Bundestrainer dieses Land und seine Rugbyspieler schätzen gelernt.
Deshalb besaß er die Liebenswürdigkeit, an einem Dienstag im September für
einen Abend nach Heidelberg zu kommen, um dort für vier Stunden mir den
wochentags nach Feierabend aus Stuttgart, Pforzheim und Hannover angereisten
,,Vorstandsdeppen" unseres Verbandes zusammen zu treffen und die Situation
des DRV im Sommer 2000 zu erörtern. 3. Bei
dieser Erörterung haben die ,,Vorstandsdeppen“ unseres Verbandes (die wir
sechs Wochen zuvor - auch noch einstimmig! - gewählt hatten) dummerweise
nicht geträumt, was angenehm gewesen wäre. Sie haben sich mit der Lage des.
Verbandes, dessen sportliche Repräsentanten gegen Mannschaften, die nicht zur
internationalen Elite zählen, gerade vier Länderspiele in Folge verloren
hatten, und mit der Lage der Vereine auseinander gesetzt. Das war nicht so
angenehm. 4. Bei den Erörterungen über die Ursachen
des sportlichen Scheiterns stand von Anfang an fest, dass der Verband über zu
wenige Spieler verfügt, um mit der Nationalmannschaft wesentlich bessere
Ergebnisse zu erzielen. Zu dieser Erkenntnis waren die ,,Vorstandsdeppen"
schon seit längerer Zeit und ohne das Zutun Herrn Antonins gekommen; ebenso
wie zu der Erkenntnis, dass man die Werbung um Kinder und Jugendliche
verstärken müsse, um die Basis dauerhaft zu vergrößern. 5. Gemeinsam wurde das Postulat verfasst,
dass die Vereine ihre Bemühungen um den Nachwuchs verstärken. Denn die
,,Vorstandsdeppen" hatten sich vorbereitet und konnten vortragen, dass
von den damals 96 Mitgliedsvereinen des DRV 46 überhaupt keine
Nachwuchsmannschaft besitzen. Neun haben eine Mannschaft, zwölf haben 2, zehn
haben 3, acht haben 4, sechs haben 5 Teams und drei Vereine alle 6
Nachwuchs-Altersklassen mit Teams besetzt. Zwei Vereine (RC Heidelberg und
TSV Handschuhsheim) haben mehr als 6 Teams, erlauben sich also den feinen
Luxus, Schülerklassen mit mehr als einer Mannschaft zu besetzen. Haben die
Bedenkenträger das gewusst? Sicher nicht, sonst hätten sie ihre Bedenken
gegen die Vorstellungen der ,,Vorstandsdeppen" schon längst aufgegeben. 6. Die haben dem IRB nämlich versprochen,
darauf zu achten, dass die Popularisierung des Rugbys in Deutschland
zielstrebig betrieben wird, worauf Herr Antonin so erfreut war, dass er dem
DRV für die nächsten vier Jahre jährliche Finanzhilfen in sechsstelliger Höhe
garantiert hat. Verknüpft mit einem zentralen Wunsch: Die
Herren-Nationalmannschaft müsse sich so entwickeln, dass sie in vier Jahren
(!) eine Klasse höher spielt - gegen
Spanien, Portugal oder die Niederlande, gegen die bis vor hirten immer
gespielt und mehr als einmal gewonnen wurde. Ist das zu viel verlangt? Sind
die ,,Vorstandsdeppen" gar Phantasten, wie im Internet bemerkt wurde? 7. Vereine, die den Verband bei
seinen breitensportlichen Bemühungen unterstützen, werden - so DRV und IRB -
vom Verband unterstützt. Was ist daran falsch? Was ist falsch daran, wenn ein
Verein wie der mit 120 Jugendlichen gesegnete TSV Handschubsheim seine
Trainer in die Fortbildung schickt und um neue Schiedsrichter wirbt? Mehr
wollen die ,,Vorstandsdeppen" nicht. Was ist falsch daran, dass ein mit
vier Nachwuchsmannschaften bestückter Verein wie der SC Neuenheim das Ziel
erhält, in den nächsten zwei Jahren zwei weitere Teams aufzubauen, Trainer
fortzubilden und Schiedsrichter zu rekrutieren? Mehr wollen die
,,Vorstandsdeppen" nicht. Was ist falsch daran,
wenn der mit drei Kinderteams gesegnete RC Rottweil im nächsten Jahr ein
viertes und im übernächsten Jahr ein fünftes Team aufbaut und statt null
Schiedsrichtern einen oder zwei stellt? Mehr wollen die
,,Vorstandsdeppen" nicht. Und was ist falsch daran, wenn die ,,Vorstandsdeppen"
den Vorschlag machen, dass alle 46 Vereine ohne Nachwuchs endlich,
endlich mit der Jugendarbeit beginnen und all jene Kinder und Jugendlichen,
die auf die Bekanntschaft mit unserem Spiel - unserem faszinierenden Rugby -
warten, endlich einsammeln, ausbilden und zu begeisterten Rugbyspielern
machen. Nur eine Mannschaft pro Verein für den Anfang - ist das zuviel
verlangt? 8. Nein, ganz sicher nicht! Denn in
Heidelberg, an diesem sommerlichen Dienstag im Vorstandszimmer des
SCN-Klubhauses, wurde Herrn Antonin nichts Unbilliges und erst recht nichts
Unmögliches zugesagt oder versprochen. Vielmehr saßen dort ein paar Freunde
zusammen, die trotz vieler, vieler Enttäuschungen und unsäglicher
Anfeindungen noch immer der Auffassung sind, dass es sich lohnt, für den
Rugbysport in Deutschland zu arbeiten. Und die es verstanden haben, die
Kollegen in IRB und FIRA-AER davon zu überzeugen, dass es sich lohnen kann,
dem DRV die Treue zu halten. Ob sich diese Treue auszahlen wird? Diese Frage
muss sich jede Rugbyfrau und jeder Rugbymann in diesem Lande selbst
beantworten. Aber denken Sie bitte nicht zu lange nach - die Arbeit wartet. |
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